Warum ist der Beckenboden wichtig?


Bewegungsmedizin für unser Zentrum


"Beckenboden-Training" klingt für Viele nicht gerade einladend. Und wenn Sie hören "Beckenboden anspannen" passiert auch nicht immer gleich das Richtige. Denn:

  • oft stimmt der Beckenstand nicht
  • es werden nur die äußere und mittlere BB-Schicht angespannt
  • es tun sich viele sehr schwer, die innerste - wirklich stützende - Schicht zu spüren und zu aktivieren
  • oft ist der Rücken krumm und der Brustkorb "sitzt" auf dem Becken
  • das Becken ist nicht gefüllt / belebt

Dann kann sich die wichtigste Schicht, die innerste BB-Schicht, der sog. "Levator Ani" nicht aufspannen. Und da diese Beckenboden-Schicht neurologisch anders verschaltet ist mit dem Gehirn, braucht es einen gewissen Spürsinn und ein paar Tricks, um an diese innerste Schicht zu kommen.

Und um optimal zu funktionieren braucht der Levator ani auch noch seinen wichtigsten Mitspieler, das Zwerchfell - dann sind die zwei wichtigste Stockwerke im Menschen aktiv. Der Beckenboden bildet zusammen mit dem Zwerchfell das Zentrum der Tiefenmuskulatur und ist die sprichwörtliche Mitte, von der aus sich alle Muskeln vernetzen lassen.
Es ist kein Hexenwerk, diese Partien anzusteueren - das kann jeder lernen mit einer anatomie-gerechten Bedienungsanleitung für den Körper.

 

Mit aktiver Tiefenmuskulatur findet der Beckenboden seine Spannkraft wieder und wird entlastet, denn der Brustkorb trägt sich wieder selbst, die Wirbelsäule ist lang und gedehnt, die Schultern legen sich entspannt auf den Brustkorb ab, die Füße werden entlastet werden und vieles, vieles mehr.


Habe ich einen schwachen Beckenboden?

Beckenboden-Training ist angeblich nur etwas für inkontinente Frauen, frischgebackene Mütter, für Frauen in den Wechseljahren oder für die älteren Semester. Das ist nicht nur schade, sondern falsch!

 

Wenn Sie mehrere Fragen mit JA beantworten, umso wahrscheinlicher, dass Ihr BB nicht so stark ist, wie er sein könnte:

  • Ich trinke absichtlich wenig, um nicht auf die Toilette zu müssen
  • Mein Bauch hängt und kugelt
  • Kreuzschmerzen kenne ich nur all zu gut
  • Wenn ich Sport mache, werden meine Oberschenkel immer kräftiger, aber der Po bleibt gleich
  • Mein Po ist schlaff
  • Die Rectusdiastase nach der letzten Geburt ist noch da
  • ISG-Blockaden? Kenne ich!
  • Wenn ich ehrlich bin: meine Haltung ist schlecht. Und:
  • eine aufrechte, gute Haltung finde ich anstrengend und kann ich nicht halten
  • Langes Stehen strengt mich an
  • Reiterhosen? Ja...
  • Meine Blase hält nicht dicht beim Lachen, Niesen und Husten
  • Trampolin? Bloß nicht! Ich habe das Gefühl meine Blase und Organe haben keinen Halt

All diese Themen können mit dem Beckenboden zu tun haben:

  • Rückenschmerzen & Verspannungen in HWS, BWS, LWS
  • Organsenkungen (Blase, Gebärmutter)
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Gelenkbeschwerden (Hüfte, Knie, Schultern)
  • Fußdeformationen (z.B. Hallux valgus)
  • Blasenschwäche & häufige Blasen-Infekte
  • Inkontinenz
  • Hämorrhoiden
  • Kaiserschnitt und Dammverletzungen bringen oft auch eine Schwäche des BB mit sich

Ein richtig gutes Beckenboden-Training bezieht den Mitspieler, das Zwerchfell, mit ein und muss ein Ganzkörper-Training für die Tiefenmuskulatur sein, sonst trainieren Sie immer knapp dran vorbei. Der eigentliche Becken-BODEN, der Levator ani, ist für jede Bewegung wichtig und sorgt für:

  • eine aufrechte und "gute" Haltung
  • den schmerzfreien Rücken
  • einen freien Nacken
  • den leichtfüßigen Gang und gesunde Füße
  • einen flachen unteren Bauch und Taillen

Wer jedoch in den Genuss einer solchen Stunde gekommen ist, hat sehr schnell gespürt, wie sich mehr Boden unter den Füßen anfühlt, wie mehr Kraft frei wird, wie angenehm wach man sein kann und gleichzeitig mehr Ruhe in sich tragen kann.

 

Feine, dreidimensionale Mikro-Bewegungen trainieren nicht nur die Tiefenmuskulatur, dehnen die Muskeln, Faszien und Sehnen, mobilisieren die Gelenke, und spannen die Wirbelsäule auf, sondern schenken auch ein besseres Körperbewusstsein. Bei den sorgfältig aufgebauten Ganzkörper-Übungen werden zuerst die Knochen anatomisch optimal ausgerichtet und insbesondere das Becken ideal aufgerichtet werden. Denn nur mit der richtigen Beckenposition wird die Tiefenmuskulatur voll aktiviert, welche die Muskulatur von Becken, Beckenboden, Bauch und Rücken vernetzt und kräftigtDas entlastet die Gelenke, spannt die Muskeln auf und lässt Organe wieder an ihren richtigen Platz rutschen.  Entspannung und bewusstes Atmen unterstützen diese Wirkung. Und wie *nebenbei* lindert es zudem zahlreiche Beschwerden (siehe unten).


Und der Rest? Arme, Beine, Füße, ...?

Natürlich ist nicht nur alles miteinander verbunden, sondern die Verbindungen sollten auch im Training gefördert werden. Deshalb entdecken wir die Intelligenz der Knochen der Extremitäten, vernetzen diese mit dem Torso und nutzen die Kettenreaktionen aus der Tiefenmuskulatur.

Hände, Arme, Rippen, Brustbein, Schulterblätter und alle Muskeln des Schultergürtels werden gesund ausgerichtet.

Füße, Sprunggelenke, Knie, Beine und die Hüfte ebenso und die Gelenke werden entlastet und die Beweglichkeit gefördert. Wir schaffen Raum für die Lendenwirbel und die Iliosakralgelenke.


Als Rückbildung & für später

Alle Übungen stärken den innersten Beckenboden, richten den Brustkorb auf, begradigen die Wirbelsäule und beugen Hüftschiefstand und "Trageskoliose" vor.

Stillen, vieles Tragen und Kinderwagenschieben verspannt, verkürzt und strengt an, wenn die Muskulatur einseitig benutzt wird und die Kraft in der Tiefenmuskulatur fehlt. Im Kurs bringen wir wieder Länge, Kraft und Leichtigkeit in Muskeln, Gelenke und Knochen.

Und  dieses Beckenboden-Training eignet sich hervorragend für all jene, die sich nach der Rückbildung fragen "Und was mache ich nun?"

Aber auch für die Frauen, die "damals" keine Zeit oder keine Kraft hatten, Rückbildung zu machen. Es ist nie zu spät...

Dieses Beckenboden-Training schützt vor:

  • Blasenschwäche, Inkontinenz
  • Rückenschmerzen
  • Schwangerschafts-Lordose
  • Ischiassyndrom
  • Hämorrhoiden
  • Organsenkungen (Gebärmutter, Blase)
  • Lymphstau
  • Überdehnung des Bauches
  • Sodbrennen
  • Beckenbodenschwäche bzw. -verletzung
  • Verschiebung der Beckengelenke
  • Rektusdiastasen
  • Fehlhaltungen
  • Schweren Beinen